BIM-Glossar

Ein BIM-Glossar ist ein zentraler Fixpunkt in jedem BIM-Projekt. Alle nachfolgenden Dokumente
wie Verträge beziehen sich darauf und nutzen die entsprechenden Begriffe.
Die hier verwendeten Begriffe entspringen dem BIM-Leitfaden für Deutschland, der als erster
hier eine gültige Grundlage gelegt hat.

Bauwerksmodell

Das Building Information Model ist das Bauwerksmodell, welches während des Planungsprozesses in zu-
meist dreidimensionalen, bauteilorientierten Softwaresystemen (BIM-fähige Software) erstellt wird. Dabei ist bei dem Begriff Bauwerksmodell nicht von einem monolithischen Gesamtmodell auszugehen, sondern von der Koordination der Modelle der einzelnen beteiligten Fachplaner (Architekturmodell, Tragwerksmodell, TGA-Modell, etc.). Diese Modelle werden fachspezifische Bauwerksmodelle, kurz Fachmodelle, genannt.

BCF

Das Austauschformat BCF (BIM Collaboration Format) ist ein offenes Dateiformat, welches den Austausch
von Nachrichten und Änderungsanforderungen zwischen BIM-Viewern und BIM-Software unterstützt.

BIG BIM

BIG BIM ist ein gebräuchlicher Ausdruck für die durchgängige und interdisziplinäre Anwendung der BIM-
Methode über den Lebenszyklus eines Bauwerkes (Jernigan, 2007).

BIM (Building Information Modeling)

Building Information Modeling (BIM) ist eine Planungsmethode im Bauwesen, die die Erzeugung und die
Verwaltung von digitalen virtuellen Darstellungen der physikalischen und funktionalen Eigenschaften eines Bauwerks beinhaltet. Die Bauwerksmodelle stellen dabei eine Informationsdatenbank rund um das Bauwerk dar, um eine verlässliche Quelle für Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus zu bieten; von der ersten Vorplanung bis zum Rückbau (National Institute of Building Science, 2012).

BIM-fähige Software

BIM-fähige Software sind parametrische, dreidimensionale und bauteilorientierte CAD Systeme (CAD Sys-
teme der zweiten Generation) und vielfältige Auswertungs- und Simulationstools.

BIM-Management

Das BIM-Management ist die zentrale Funktion für die strategische und projektbegleitende Steuerung der
BIM-Prozesse sowie die Erfüllung der BIM-Ziele. Der BIM-Manager ist die hierfür verantwortliche Person.

BIM-Projektabwicklungsplan

Der BIM-Projektabwicklungsplan (BIM Execution Plan) ist ein Dokument, dass die Grundlage einer BIM-
basierten Zusammenarbeit festlegt. Er legt die Ziele, die organisatorischen Strukturen und die Verantwortlichkeiten fest, stellt den Rahmen für die BIM-Leistungen und definiert die Prozesse und Austauschanforderungen der einzelnen Beteiligten. Der BIM-Projektabwicklungsplan sollte Vertragsbestandteil zwischen Bauherrn und Projektteilnehmern werden.

BIM-Viewer

Software zur Betrachtung und teilweise auch Auswertung von Bauwerksmodellen, ohne die Funktionalität zu besitzen, diese zu ändern.

buildingSMART e.V.

Ein unabhängig agierender Verein, der offene Schnittstellen fördert und damit die open-BIM Methode in
Deutschland, Österreich und der Schweiz umsetzt. Er steht für hohe Qualität bei der Festlegung von Stan-
dards und Lösungen, nicht nur bei technischen Lösungen, sondern auch mit Blick auf Anwender und ihre
Prozesse.

Datentransparenz

Datentransparenz ist der leichte Zugang und Einblick in die Projektinformationen, die den Beteiligten zur
Verfügung gestellt werden, auch wenn diese nicht direkt bearbeitet werden können.

Datendurchgängigkeit

Datendurchgängigkeit bedeutet das Vermeiden der Datenneueingabe, in dem Fachmodelle oder Teile von Fachmodellen der anderen Beteiligten direkt übernommen werden können.

Fachmodell

Fachmodelle werden durch die Objekt- und Fachplaner in den Leistungsphasen des Planungsprozesses erzeugt. Ein Fachmodell besteht aus Modellelementen, die in einer BIM-fähigen Software erstellt werden.
Dazu sind die entsprechenden Modellierungswerkzeuge zu nutzen.

Fertigstellungsgrad

Der geforderte Fertigstellungsgrad des Bauwerksmodells (Level of Development) ist abhängig von der Leistungsphase und der Fachdisziplin. Inhaltlich muss der Fertigstellungsgrad den fachlich notwendigen Planungsinformationen und der beauftragten Planungsleistung zu der jeweiligen Leistungsphase entsprechen.
Der Fertigstellungsgrad beschreibt auch, wie belastbar die Informationen eines Bauwerksmodells für eine bestimmte Auswertung sind.

IFC

Das Austauschformat IFC (Industry Foundation Classes) ist eine hersteller- und länderübergreifende Schnittstelle für den modellbasierten Daten- und Informationsaustausch in allen Planung-, Ausführungs- und Bewirtschaftungsphasen. buildingSMART International entwickelt und etabliert IFC als offenen Standard für das Bauwesen. IFC ist unter ISO 16739 als internationaler Standard registriert.

Koordinationsmodell

Das Koordinationsmodell ist ein Gesamtbauwerksmodell, das für die Koordination temporär aus
Fachmodellen zusammengestellt wird. Es dient der Koordinierung der beteiligten Gewerke und insbesondere der Kollisionsprüfung.

Kollisionsprüfung

Verfahren zur computergestützten Prüfung von virtuellen Überschneidungen vom Modellelementen eines oder mehrerer Fachmodelle. Das Verfahren basiert auf der Zusammenarbeit der beteiligten Projektpartner und beinhaltet auch die Fortschreibung und Dokumentation der Kollisionen.

little bim

little bim ist ein gebräuchlicher Ausdruck für die Anwendung der BIM-Methode beschränkt auf eine
Disziplin und beschreibt damit eine Insellösung.

Modellelement

Der Begriff Modellelement bezeichnet die einzelnen Bauteile im digitalen Bauwerksmodell, wie Wände,
Stützen, Türen als digitales Bauelement. Eine Übersicht über gängige Modellelemente für die einzelnen
Fachdisziplinen finden Sie im Anhang C.

Quelle:
BIM-Leitfaden für Deutschland