Studie – THINK ACT: Digitalisierung der Bauwirtschaft

Der europäische Weg zu „Construction 4.0“

Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Auch nicht auf dem Bau. Die Branche muss aufholen.

Digitalisierung steht dafür, dass Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette intensiv auf vernetzte Systeme treffen sowie mit Tools und Praktiken arbeiten, die auf Informations- und Kommunikationstechnologie basieren. Damit verändert sich die Rolle der digitalen Techniken. Sie sind nicht mehr rein unterstützende Werkzeuge, sondern verändern auf grundlegende Art und Weise, wie die Geschäfte abgewickelt werden. Die Digitalisierung greift dabei in alle Unternehmensbereiche ein. Sie betrifft Konzerne und Mittelständler, Generalisten und Spezialisten. Beim Blick auf andere Branchen wird deutlich, wie sehr die Digitalisierung Bewährtes auf den Kopf stellen kann. In der Musikindustrie zum Beispiel beträgt der digitale Anteil am gesamten Umsatz weltweit bereits 46%. Man kann hier tatsächlich von einer Revolution sprechen. Zumal man davon ausgehen muss, dass es sich bei der Digitalisierung um eine Entwicklung handelt, die ältere Ansätze komplett verdrängt. Mittlerweile erkennt eine große Mehrheit der Akteure der Bauindustrie, wie allumfassend sich die Digitalisierung auch auf ihre Geschäfte auswirken wird. 93% der Unternehmen stimmen laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags der Aussage zu, dass die Digitalisierung die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird. Mit dieser Einschätzung liegt die Baubranche auf einem Niveau mit dem Handel, nur knapp hinter der Industrie und den Dienstleistern. Dabei sind die Bedürfnisse und Ansätze je nach Akteur recht unterschiedlich. Während sich Baustoffhersteller eher auf die Digitalisierung von Produktion und Vertrieb fokussieren (zum Beispiel im Sinne von Industrie 4.0 und Gestaltung des Digital Customer Journey), blicken Bauunternehmen vor allem auf die Digitalisierung von Planung, Bauausführung und Logistik (Building Information Modeling – BIM – und vernetzte Baustelle 4.0). Der Baustoffhandel hingegen hat neben der Logistik vor allem den digitalen Vertrieb (Online-Handel) im Fokus. Das Bewusstsein für die Bedeutung des Megatrends Digitalisierung ist also vorhanden. Jedoch hapert es an der Umsetzung. Dies ist das Ergebnis einer exklusiven Roland Berger-Management-Befragung, vor allem bei Bau- und Bauzulieferunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse dieser Befragung bieten ein aktuelles Bild über die Potenzialbewertung sowie den Umsetzungsstand der Digitalisierung in der Bauindustrie – wir nennen es „Construction 4.0“.

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