Gewinner, Verlierer, Verweigerer

Die Digitalisierung ist nicht mehr wegzureden. Spätestens jetzt sollten die Weichen gelegt werden, um zu den Gewinnern des digitalen Umbruchs zu gehören.

Das Internet wurde 1990 kommerzialisiert, die Einführung des iPhones ist noch keine zehn Jahre her, und Tablets haben sich seit 2010 verbreitet. Das sind nur ein paar Fakten, die verdeutlichen: Die Digitalisierung schreitet mit Riesenschritten voran. Sie zwingt alle Branchen dazu, ihre Produkte und Geschäftsmodelle in Frage zu stellen. Aber kann da jeder mit? Können sich KMU hohe Investitionen in die Digitalisierung überhaupt leisten? Und muss wirklich jeder dabei sein?
Karim Taga, Managing Partner Austria beim Unternehmensberater Arthur D. Little, glaubt, dass die Digitalisierung in nächster Zeit noch viele Opfer am Wegesrand zurücklassen wird: „Die Digitalisierung ist nichts anderes als eine Beschleunigung der Globalisierung. Und die Globalisierung wird immer von den kleinen Unternehmern fordern, effizienter zu werden und über Grenzen zu gehen.“ Angst vor den Entwicklungen dürfte keine Erfolgsstrategie sein. Gerade kleineren Unternehmen bietet sich die Chance, selbst groß zu werden, wie es etliche Start-ups vorgemacht haben. Die Globalisierung ist jetzt, wo die ganze Welt übers Internet miteinander verbunden ist, nicht mehr den Konzernen vorbehalten. Aber die neuen Möglichkeiten werden noch zu wenig genutzt. Arthur D. Little hat den digitalen Reifegrad von mehr als 100 europäischen Unternehmen untersucht und auf einer Skala von eins bis zehn bewertet, wobei zehn der höchstmögliche digitale Reifegrad ist. Der Durchschnittswert lag nur bei 3,92. Und: Nur 20 Prozent der Unternehmen verstünden es laut der Studie, „die Digitalisierung aktiv zu gestalten, während der Rest lediglich versucht, auf digitale Entwicklungen zu reagieren – ohne schlüssiges Gesamtkonzept“.

Verweigern geht nicht

Eine Branche, die schon lange mit der neuen digitalen Konkurrenz zu kämpfen hat, ist der Buchmarkt. Er zeigt auch, dass man besser mit den Entwicklungen geht, anstatt sich dagegenzustemmen. Jochen Jung, Leiter des kleinen österreichischen Literaturverlags Jung und Jung, war dem E-Book gegenüber zunächst skeptisch eingestellt. 2010 sagte er der Presse, er werde sich weiterhin „auf Papier verlassen“, und falls das E-Book doch einschlagen sollte, „kann man innerhalb eines Jahres nachziehen“. Heute sagt er: „Ich habe offensichtlich meine Meinung ziemlich rasch geändert.“
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www.die-wirtschaft.at