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Die computergestützte Arbeitsmethode BIM ist dabei, Städte und Stadtplanung zu revolutionieren, um im nächsten Schritt „Smart Cities“ – intelligente Infrastruktur – möglich zu machen.

 

Die Welt des Bauens befindet sich im Umbruch – dank BIM. Mit Building Information Modeling bezeichnet man eine computergestützte Arbeitsweise, die alle Beteiligten in einem Bauprojekt über ein digitales Gebäudemodell miteinander verbindet. Das Bauen soll so schneller, sicherer, kostengünstiger, umweltverträglicher werden und vor allem: besser. BIM wird aber nicht nur das Planen und Bauen von Gebäuden revolutionieren, sondern auch die Stadtplanung. Davon ist auch Alar Jost überzeugt. Er ist Head of BIM bei Implenia, dem führenden Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz. Für ihn steht fest: „Unsere Auftraggeber werden künftig umfassendere und komplexere Anforderungen an uns stellen. Man wird nicht nur ein 3D-Modell fordern, mit dem man klassisch ein Gebäude planen kann, sondern ein BIM-Modell, in dem auch alle städtebaulichen und infrastrukturellen Aspekte erfasst werden können. Und das wird von einem Investitionsmodell bis zum entsprechenden Betriebsmodell gehen, was für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes wichtig ist.“

Unsere Auftraggeber werden künftig umfassendere und komplexere Anforderungen an uns stellen.

Alar Jost, Head of BIM, Implenia

 

Die Stadtplanung braucht neue technische Mittel und Wege, schließlich werden Städte als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum künftig immer komplexer werden. Aber sind sie für diesen Zukunftssprung wirklich gewappnet? Städte sind in den meisten Fällen zu alt, zu beengt, zu laut, zu behäbig und zu klein und gehen zu verschwenderisch mit ihren Ressourcen um. Für die Zukunft sind sie also schlecht gerüstet. Denn 1930 siedelten die Menschen größtenteils noch im ländlichen Raum. Seit dem Jahr 2014 leben bereits über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und urbanen Ballungsräumen. Im Jahr 2050, so die Prognose der Vereinten Nationen, werden es 66 Prozent sein. Die Stadt muss sich also rüsten; die Bauindustrie, Stadtplaner und Architekten müssen umdenken, wenn sie mit dieser rasanten Entwicklung Schritt halten und die Städte auf die Zukunft vorbereiten wollen.

Die Möglichkeiten, die BIM für die Stadtplanung bietet, sind nahezu unendlich

„Themen wie Gebäudeautomation oder Gebäude als Energieversorger und -verbraucher gewinnen immer mehr an Relevanz – und gleichzeitig wird künftig maßstabsübergeordnet vom landesweiten Grid über die Stadt über das umliegende Areal bis zu den Gebäuden und den Wohneinheiten mit ihren Nutzern geplant“, meint Jost, „Da wird klar: Nur mit BIM können all diese Links effizient geschlossen werden.“ Und reine Zukunftsmusik sei all das schon nicht mehr. Denn: „Wir bekommen bereits nicht nur Daten zur Geometrie und den Kosten der geplanten Gebäude, sondern wir können auch schon Daten zum Primärenergiebedarf, die die Gebäude haben werden, abrufen und diese dazu nutzen, um das Energiemanagement mit dem des umliegenden Areals abzustimmen.“

Dass BIM als Methode der Stadtplanung im Kommen ist, kann man auch daran beobachten: Weltweit finden immer mehr Konferenzen zu BIM und zu „Future Cities“ statt. Softwareentwickler und Generalunternehmer haben den BIM-Markt längst für sich entdeckt. Länder wie die USA, die Niederlande, Norwegen, Großbritannien oder Deutschland, sowie auf internationaler Ebene die EU, treiben BIM auch politisch voran, indem die Methodik in den nächsten Jahren zum Standard gemacht wird – beim Bau von Gebäuden oder Projekten wie Tunneln oder Verkehrswegen, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden.  …

Mehr und Quelle: Siemens