Baufirmen setzen digitale Möglichkeiten noch zu selten um

Analyse von Roland Berger zur Digitalisierung der Bauindustrie
24.08.2016
Der digitale Wandel lässt keine Branche aus: Auch in der Bauwirtschaft ergeben sich durch die Digitalisierung zahlreiche neue Möglichkeiten – die von den Unternehmen aber noch nicht ausreichend genutzt werden. Zu diesem Schluss kommt Roland Berger nun in einer Studie.

 

Baukräne (Bild: Michael Rosskoth - fotolia.com)

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind auch im Bausektor zu spüren. (Bild: Michael Rosskoth – fotolia.com)

Dabei haben die Baufirmen bereits erkannt, wie tiefgreifend die digitale Transformation die Wirtschaft derzeit umkrempelt. So rechnen laut der Umfrage von Roland Berger mehr als neun von zehn Unternehmen (93 Prozent) damit, dass der digitale Wandel auch ihre eigenen Prozesse beeinflussen wird. Konkret aktiv geworden ist trotz dieser weit verbreiteten Erkenntnis allerdings nur ein Bruchteil der Branche: Nicht einmal 6 Prozent nutzen bereits durchgehend digitale Planungsinstrumente. Von den befragten Bauunternehmen gibt zudem sogar jedes einzelne zu Protokoll, seine Digitalisierungspotenziale bislang nicht vollständig ausgeschöpft zu haben.

Aus Sicht von Roland Berger schadet sich die Branche mit dieser abwartenden Haltung selbst. „Die zögerliche Umsetzung überrascht vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Produktivität in der Bauindustrie“, kommentiert Roland-Berger-Partner Kai Stefan Schober das Zögern der Bauindustrie. So ist die Produktivität innerhalb des Bausektors in den vergangenen zehn Jahren lediglich um 4 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Wirtschaft verbesserte ihre Produktivität in diesem Zeitraum um 11 Prozent. Einzelne Teilbereiche wie das verarbeitende Gewerbe erreichten sogar eine Steigerungsrate von bis zu 34 Prozent.

Vier Hebel für eine stärkere Produktivität

Um diesen Wert zu verbessern, hat Roland Berger vier Hebel ausgemacht, die für die digitale Transformation der Unternehmen entscheidend sind: die Nutzung digitaler Daten, die Gewährleistung des digitalen Kunden- und Lieferantenzugangs, der Ausbau der Automation und der Aufbau von Netzwerken. „Unternehmen müssen lernen, alle Digitalisierungshebel auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette einzusetzen, um die Produktivität bestmöglich zu steigern“, verrät Philipp Hoff, Co-Autor der Studie. „Bislang ist hier nicht viel passiert: In keinem der von uns befragten Unternehmen wurde die Digitalisierung bisher konsequent über alle Bereiche umgesetzt.“

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