BIM-Experten halten und entwickeln! – Kommentar zum Arbeitsmarkt

BIM-Experten halten und entwickeln! – Kommentar Arbeitsmarkt Digitalisierung Bau

Von Jakob Przybylo, Geschäftsführer DT BAU – Büro für BIM & Digitale Transformation
Ein Beitrag aus der „BIM-Preview 2018

BIM Experten spielen bei einer erfolgreichen Entwicklung im Unternehmen eine zentrale Rolle.
Sie sind dringend zu halten und zu fördern. Oft gibt es keinen Ersatz.

Mit einem BIP von etwa 10% ist die Baubranche ist einer der größten Industrien und Arbeitgeber in D/A/CH.
Das Querschnittsthema „Digitalisierung“ und sein Vorläufer BIM adressieren alle Baudisziplinen und damit Millionen von Menschen: Vom Handwerk über den Großhandel, Bauunternehmen, Architekten und Betreiber bis zum Bauherren. Der Einsatz zahlreicher Technologien wie Blockchain, VR, KI auf Basis eines BIM-Prozesses liegt vor uns.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die unternehmerische Fähigkeit, bestehende Geschäftstätigkeit in die digitale Welt zu übertragen und neue Geschäftsmodelle zu realisieren, an Bedeutung.
In unserer Funktion als Berater helfen wir Unternehmen und Unternehmern auf diesem Weg. Richtlinien, Software und andere Parameter betrachten wir als vergängliche Faktoren. Sie wechseln mit der Digitalisierung. Der kompetente Mitarbeiter hingegen bildet die zentrale, zu entwickelnde Konstante im Umgang mit dem Wandel. Er ist fundamental für den unternehmerischen Erfolg.

Dabei genügt bereits ein Blick auf den Online-Stellenmarkt und die dort sichtbar dynamisch wachsende Anzeigenzahl für BIM-Kompetenzen, um sich die aktuelle Situation vor Augen zu führen. Täglich aufkommende Anfragen stützen die Wahrnehmung:
Der Bedarf nach digitalen Kompetenzen am Bau hat gerade erst begonnen und ist bereits ausgeschöpft.
Wenigen Unternehmen gelingt es, die bestehenden Vakanzen zu besetzen. Nachfolgend werden BIM-Experten jedoch nicht langfristig gehalten. Für diese Fluktuation sehen wir unterschiedliche Gründe. Basierend auf dem immer noch weit verbreiteten, falschen Verständnis von BIM als Technologie, werden technisch kompetente Mitarbeiter mit der BIM-Einführung, die eigentlich eine Management-Aufgabe ist, betraut. Der Erfolg bleibt aus, was auf beiden Seiten zu Unzufriedenheit führt.
Weiterer Grund ist die mangelnde Unterstützung durch das Management. BIM-Fachkräfte sind in der Regel affin für Innovationen und hochmotiviert. Sie schätzen ein gutes Gehalt. Noch wichtiger ist ihnen, eine wettbewerbs- und entwicklungsfähige Umgebung. Stagniert das Unternehmen, so stagnieren sie. Ein Wechsel bietet eine neue Chance.
Aufgrund der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt empfiehlt es sich aus unserer Sicht, weniger externe Kräfte zu akquirieren als vorzugsweise die eigenen Mitarbeiter zu entwickeln. Vorbehaltlich einer passenden BIM-Einführungsstrategie und klar definierter Rollen, sind projekterfahrene, junge Mitarbeiter zu BIM-Kompetenzen durch einen beratenden Coach aufzubauen.
Auch finanziell deutlich attraktiver ist es, die bestehenden BIM-Fachkräfte zu halten, als neue zu akquirieren. Vertrauen und Konsequenz in der Unterstützung bilden den Schlüssel zum Erfolg.

Wenn Sie Fragen oder Hinweise haben, kontaktieren Sie mich gerne hier.

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